IMZWISCHENRAUM
DAS BILD
Ein Moment kann klein sein.
Aber in dir kann sofort ein ganzes Bild entstehen.
Reiz da.
Reaktion noch nicht.
Bevor du denkst, ist oft schon ein Bild da.
Manchmal ist es nur ein Ziehen. Ein Verdacht. Ein inneres „so ist das also“.
Außen ist manchmal fast nichts passiert.
Der Moment selbst ist klein. Innen wird er größer, weil etwas beginnt, ihn zu füllen.
Manches kommt aus dem Bild, das der Moment in dir öffnet.
Das Bild kommt oft schneller als Prüfung.
Bevor du es prüfen kannst, fühlt es sich oft schon wahr an.
Etwas geschieht. Oft kleiner, als es sich innen anfühlt.
Bedeutung legt sich über den Moment, noch bevor du bewusst hinsiehst.
Das Bild wird spürbar, bevor der Blick den Moment noch einmal prüft.
Etwas will antworten, klären, halten oder sich schützen.
Ein Bild wirkt echt, weil es aus etwas Echtem kommt.
Darum ist das Bild nicht einfach falsch. Es ist nur vielleicht nicht der ganze Moment.
Manchmal wird das Bild dichter als der Mensch davor.
Dann steht nicht mehr der Moment vor einem, sondern das, was innerlich auf ihn gelegt wurde.
Der Zwischenraum beginnt, wenn das Bild sichtbar wird.
Nicht damit es verschwindet. Sondern damit du merkst: Da ist der Moment. Und da ist das Bild darüber.
Vielleicht reicht es, es zuerst zu sehen.
Welches Bild war zuletzt schneller als dein Blick?
Vielleicht war da ein Bild, das sich sofort vor den Moment gelegt hat.
Nicht folgen. Noch nicht.