IMZWISCHENRAUM
VERTRAUEN
Vertrauen ist kein Beweis, dass alles gut wird.
Manchmal ist es nur der Moment,
in dem dein Gewicht nicht mehr ganz in deinen Händen liegt.
Reiz da.
Reaktion noch nicht.
Vertrauen beginnt oft nicht oben im Kopf.
Es beginnt tiefer. Dort, wo etwas merkt, dass nicht alles gleichzeitig festgehalten werden muss.
Wo gibt es gerade Boden — ohne dass er bewiesen werden muss?
Nicht glauben müssen. Nur den Boden merken.
Vertrauen ist selten der große Sprung.
Eher ein kleiner Schritt. Nicht blind. Nicht gegen dein Gefühl.
Vertrauen verlagert Gewicht.
Nicht weil alles sicher ist. Sondern weil nicht alles allein getragen werden muss.
Vielleicht ist Vertrauen manchmal: „Ich muss das Gewicht gerade nicht komplett alleine halten.“
Vertrauen lässt eine Stelle offen.
Nicht jeder Zweifel ist weg. Und trotzdem muss diese offene Stelle nicht sofort geschlossen werden.
Vertrauen wird spürbar, wenn Boden wichtiger wird als Beweis.
Etwas trägt mit, ohne dass der Kopf es beweisen kann.
Eine Bewegung, ohne dass alles vorher abgeschlossen ist.
Nicht alles muss im Griff bleiben.
Eine Frage darf kurz offen bleiben.
Zwischen Festhalten und Fallen liegt Vertrauen.
Dort musst du nicht blind springen.
Dort musst du nicht alles kontrollieren.
Da ist der Zweifel. Da ist der Boden.
Und da ist ein kleiner Schritt, der nicht aus Kampf entsteht.
Bin ich gehalten, auch wenn ich nicht alles halte?
Manchmal beginnt Vertrauen nicht dort, wo alle Zweifel verschwinden.
Nicht folgen. Noch nicht.